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Ein Leben für die Zoologie

edition monacensia

Ein Leben für die Zoologie

Die Reisen und Forschungen des Johann Baptist Ritter von Spix

Schönitzer, Klaus

ISBN: 978-3-86906-179-5
Allitera
224 S., Paperback
€ 19.90



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Seine Brasilienreise von 1817 bis 1820 war legendär – und doch ist der Zoologe Johann Baptist Ritter von Spix (1781–1826) heutzutage fast vergessen. 350 Vögel, 130 Amphibien, 116 Fische, 2700 Insekten und 6500 Pflanzenarten brachten er und sein Mitreisender Carl Friedrich Philipp von Martius mit nach München, Material, das bis heute in zahlreichen Staatlichen Bayerischen Sammlungen aufbewahrt wird. Bereits vor der Reise war Spix erster Konservator der zoologisch-zootomischen Sammlung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, aus der die Zoologische Staatssammlung München (ZSM) hervorging – heute eines der weltweit größten zoologischen Forschungsmuseen. Klaus Schönitzer, Hauptkonservator an der Zoologischen Staatssammlung München, würdigt erstmals sowohl Leben als auch Werk dieses außergewöhnlichen Wissenschaftlers.


Ein Beitrag über Ritter von Spix, gemeinsam mit Klaus Schönitzer, in der Sendung "Capriccio" des Bayerischen Rundfunks vom 29. September 2011



Christian Enz, der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit Kreissparkasse Höchstadt, hat Ritter von Spix in einem Radio-Podcast gewürdigt. Text: Christian Enz Musik: Markus Pitzer, dreamweaver.at






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Rezensionen

Für jeden Bücherschrank
(...) Erleichtert wird die Lektüre der von einem Wissenschaftler über einen Wissenschaftler geschriebenen Biografie nämlich dadurch, dass Schönitzer das unter Akademikern nicht unbedingt weit verbreitete Talent besitzt, sich auch gegenüber Laien verständlich auszudrücken. Sein Rückblick auf das ungemein spannende und vielschichtige Leben von Spix wird dank dieser Gabe genauso spannend und vielschichtig und somit zu einem Lesevergnügen der lehrreichen Art. (...)
Jochen Grillenberger, Nürnberger Nachrichten 23.9.2011


Reise ins Paradies
1817 brechen zwei Franken zu einer unglaublichen Expedition ins Amazonasgebiet auf: Carl von Martius und Johann Baptist von Spix. Sie legen über 10.000 Kilometer zurück, sind die ersten Wissenschaftler überhaupt in diesem Gebiet. Die beiden Forscher sind fast vergessen, dabei gelten sie als so bedeutend wie Alexander von Humboldt. Der Dschungel des Amazonas vor beinahe 200 Jahren: Zwei Franken kämpfen sich unter großen Strapazen voran, der eine widmet sich auf dem Weg ganz den tropischen Pflanzen, der andere entdeckt eine neue Tierwelt ... 1817 waren der Botaniker Carl Friedrich Philipp von Martius und der Zoologe Johann Baptist von Spix aufgebrochen, das noch weitgehend unbekannte Landesinnere Brasiliens zu erforschen. High-Tech-Ausrüstung heutiger Expeditionen stand ihnen dafür freilich nicht zur Verfügung, wie uns Klaus Schönitzer erklärt, der über Spix jetzt ein Buch geschrieben hat.
Sie hatten keine vernünftige Kleidung, sind mit Zylindern im Dschungel gereist, hatten Thermometer, die nicht richtig funktionierten und Barometer, die sofort kaputt gingen - sie waren also richtig schlecht ausgerüstet. Aber sie haben mit wissenschaftlichem Spürsinn Neuland betreten: "Spix hat sehr treffsicher erkannt, welche Tiere schon bekannt waren und welche neu sind. Wenn er einen Papagei geschossen hat, dann hat er sich schon überlegt, ob er den nach München schickt, oder ob er ihn zum Abendessen isst", sagt Schönitzer. Die Forschungsreise der beiden dauerte bis 1820. Nach ihrer Rückkehr wurden sie vom Bayerischen König in den Ritterstand erhoben. Martius brachte getrocknete Pflanzen und zahlreiche neue Erkenntnisse mit, galt fortan als "Vater der Palmen", wurde Direktor des Botanischen Gartens in München. Spix hatte Hunderte Tierpräparate im Gepäck, die den wissenschaftlichen Grundstock der Zoologischen Staatssammlung München bildeten, deren erster Konservator er war. Capriccio über eine legendäre Reise und zwei Forscher, die neu zu entdecken sind.
Angelika Kellhammer, Bayerisches Fernsehen / Capriccio 29.10.2011


Buchbesprechung Entomologische Zeitschrift
(...) Der Autor folgt den Spuren des Wissenschaftlers, beleuchtet seine Kindheit und Jugend im fränkischen Höchstadt, beschreibt seine Arbeit als Zoologe in München und begleitet ihn auf der gefährlichen Reise durch das Land am Amazonas. Über 100 durchgehend farbige Abbildungen und ein beeindruckend persönlicher Epilog, der nicht nur noch einmal die Bedeutung seiner Amazonasreise hervorhebt, sondern sich auch seinen Nachkommen und deren Verbleib widmet, runden das Buch ab. Im Anhang schließlich wird der Autor seinem Anspruch als Taxonom gerecht, indem er die nach SPIX benannten Tiere und Pflanzen aufführt und kurz beschreibt. Eine historische Übersichtstafel und ein Literaturverzeichnis lassen das Gesamtwerk endlich zu einer wertvollen Literatur sowohl für Naturwissenschaftler als auch Historiker avancieren. (...)
Eva-Maria Levermann, Entomologische Zeitschrift 1.10.2011


Buchbesprechung Spixiana
(...) Der im Paperback-Verfahren produzierte Band ist ein echtes Lesevergnügen: Klaus Schönitzer gelingt es, genaue bibliographische Recherche mit viel Leben zu füllen, nicht zuletzt, wenn er Spix oder seinen Freund und Reisegefährten, den Botaniker Martius, direkt zu Wort kommen lässt. Man taucht ein in die wahrhaft abenteuerliche »Reise nach Brasilien« und bekommt zumindest eine Ahnung davon, von welch ungeheuren Strapazen aber auch Erkenntnissen und Überraschungen eine solche Reise Anfang des 19. Jahrhunderts begleitet war. (...) Insgesamt ein Band, der viele Leserkreise ansprechen sollte, da er Zoologie mit Historie in einem allgemeinen verständlichen, vergnüglich zu lesenden und gut illustrierten Band zusammenführt. Also: kaufen, lesen, genießen - und vielleicht sogar einmal das Spix'sche Erbe in Höchstadt oder in der Zoologischen Staatssammlung (am Tag der Offenen Tür) direkt bewundern.
Gerhard Haszprunar, Spixiana 1.12.2011